Besondere Leistung oder ein hoher Bekanntheitsgrad: Das macht im Sport ein All-Stars-Team aus. Anlässlich unseres hundertjährigen Jubiläums haben wir unser All-Stars-Team der Kabelverschraubungen aus einhundert Jahren Produktgeschichte gewählt. Und hier ist unsere Auswahl.
WISKA bringt 1919 seine erste Kabelverschraubung auf den Markt. Kasten und Kabelverschraubung sind aus Messingguss, da sie in erster Linie im Schiffbau zum Einsatz kommen. Das Material ist preiswert und vor allem robust und kann den starken Beanspruchungen an Bord standhalten. Um sicherzustellen, dass die Verschraubung dicht hält, wird die Einführung direkt an den Abzweigkasten gegossen.
Im Jahr 1925 entschließt WISKA, seine erste Kabelverschraubung aus Kunststoff herzustellen. Die sogenannte „ISOSTABIL“ wird mit dem gängigen Witworth Gewinde gefertigt. Benannt nach seinem Erfinder Sir Joseph Whitworth, ist es das erste genormte Gewinde der Welt. Als Werkstoff kommt das neu zur industriellen Fertigung zur Verfügung stehende Phenolharz-Duroplast Bakelite zum Einsatz. Die Verschraubung lässt sich wie folgt abdichten: Ein Dichtring wird zwischen Druckschraube und Stutzen platziert und beim Drehen der Schraube um das Kabel gequetscht. Oft wird immer noch etwas Kitt in die Verschraubung geschmiert, um sie noch besser abzudichten.
(Produktabb. aus 1936. Isostabil Kabelverschraubung mit den von WISKA patentierten Befestigungsaufnahmen für einen „Hamburger“-Hakenschlüssel)
Um die Dichtigkeit der Kabelverschraubung weiter zu verbessern, entwirft WISKA 1960 die KVG („Konusverschraubung Glasfaserverstärkt"). Das Dichtungskonzept wird angepasst, indem der Stutzen im Inneren mit einer Schräge versehen wird. Die Schräge ähnelte der Form eines Konus. Durch das Festschrauben der Druckschraube wird die Dichtung gegen die Schräge gequetscht und fester an das Kabel gedrückt. Die Zugentlastung der KVG wird so verstärkt und die Sicherung des Kabels verbessert. Die KVG wird mit dem Panzerrohrgewinde (PG) entwickelt, welches zu dieser Zeit der gängigen Industrienorm gerecht wird.
Erfolgreich wird die KVG in den Markt eingeführt und WISKA entschließt sich 1987 für eine weitere Entwicklung im Bereich der Kabelverschraubungen. Die „SPRINT®“ Kabelverschraubung glänzt dabei mit einer erweiterten Zugentlastung, einem größeren Klemmbereich sowie einem neuen Dichtungskonzept. Hierbei wird der Dichtring zusammen mit einem Klemmkäfig am oberen Ende des Stutzen platziert. Die Schräge, die an einen Konus erinnert, ist jetzt in der Hutmutter und nicht mehr im Stutzen. Durch das Festschrauben wird die Dichtung zusammen mit dem Klemmkäfig in die Hutmutter gequetscht und somit die Zugentlastung optimiert. Das Prinzip der KVG wird also einmal gedreht. Zu diesem Zeitpunkt wird die Kabelverschraubung weiterhin mit einem PG Gewinde gefertigt.
Im Laufe der Zeit ändern sich Vorschriften in Bezug auf Anschlussgewinde an Kabelverschraubungen innerhalb der EG. Die Antwort von WISKA auf die neue EN-Norm ist die komplette Neuentwicklung des SPRINT®-Systems. Man entscheidet sich im Jahr 1997 dazu, komplett neue Verschraubungen mit metrischen Gewinden herzustellen und zu verkaufen. Die meisten Wettbewerber passen ihre PG-Produkte nur gewindemäßig an und entwickeln nichts komplett Neues. Die Idee hinter dem SPRINT®-System ist, dem Kunden eine modulare und flexible Serie für unterschiedliche Anwendungsgebiete anzubieten. Seit 1989 wird der Markenname „SPRINT®“ aktiv am Markt kommuniziert und vermarktet.
1965 sagt man dem Kondenswasser im Kasten erstmals den Kampf an. Der „Filterstutzen“, der dem heutigen „VentPLUG“ ähnelt, sorgt erstmalig für ein „Atmen“ im Gehäuse. Der Stutzen ermöglicht einen Luftausgleich zwischen Gehäuseinnerem und Außenluft. Staub und Spritzwasser können trotzdem nicht eindringen.
Der Ansatz des „Filterstutzens“ wird 2007 wieder aufgenommen und weiterentwickelt. WISKA bringt die weltweit erste „atmende“ Kabelverschraubung auf den Markt. Die „VentGLAND®“ vereint dabei Druckausgleich und Kabelverschraubung in einem Produkt. Sie verhindert Kondenswasserbildung innerhalb des Gehäuses, bei gleichzeitigem Staub- und Wasserschutz. Die Löcher innerhalb des Stutzens lassen die Luft zirkulieren. Die VentGLAND® bildet das Highlight innerhalb des SPRINT®-Systems.
Eine Weiterentwicklung der Kabelverschraubungen ist 2017 die MARATHON®. War vor fast einhundert Jahren noch Messing die erste Wahl, kommen heute moderne Kunststoff-Spritzgussverfahren zum Einsatz, um Kabel und Verschraubung optimal zu verbinden. So zeichnet sich die neue MARATHON® Kabelverschraubung vor allem durch ein weiterentwickeltes Prinzip bei der Zugentlastung, bei gleichzeitigen kabelschonenden Dichtungseigenschaften, aus. Der Klemmkäfig wird hierbei durch einen 2-Komponentenspritzguss mit der Dichtung direkt verbunden. Die Kabelverschraubung ist extrem robust, da die äußeren Metallteile aus Zink im Druckgussverfahren hergestellt werden.
WISKA präsentiert bereits 1950 Kabeleinführungen und Installationsmaterial auf der Hannover Messe.
WISKA präsentiert bereits früh auf Messen verschiedenste Ausführungen der Kabelverschraubungen.
Ein Produktflyer zur ISOSTABIL aus dem Jahr 1937.
Der Filterstutzen sorgt bereits vor 54 Jahren für ein trockenes Gehäuse. Hier abgebildet in einem Katalog aus dem Jahr 1965.
Eine Produktanzeige in der "Feuchten Liste 1934".
Die KVG in einem WISKA Katalog von 1960.